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Pflanzenstoff

Mariendistel

Silybum marianum (L.) Gaertn.

Die Mariendistel (Silybum marianum) ist eine ein- bis zweijährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), deren reife Früchte den Flavonolignan-Komplex Silymarin enthalten. Botanisch zählt sie zu den Distelgewächsen des Mittelmeerraums.

Auch bekannt als: Echte Mariendistel, Frauendistel, Marienkörner, Silybi mariani fructus, Carduus marianus L., Cardui mariae fructus

Was ist Mariendistel?

Die Mariendistel trägt den wissenschaftlichen Namen Silybum marianum (L.) Gaertn. und wird der Familie der Korbblütler (Asteraceae) zugeordnet; ein älteres Synonym ist Carduus marianus L. Es handelt sich um eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze, die je nach Standort eine Wuchshöhe von etwa 60 bis 150 cm erreicht und eine kräftige Pfahlwurzel ausbildet. Kennzeichnend sind die kugelförmigen, purpurroten bis violetten Blütenköpfe mit dornig bewehrten äußeren Hüllblättern sowie die großen, glänzend grünen Blätter, die entlang der Blattnerven typisch weißlich gefleckt und marmoriert sind. Aus den Blüten entwickeln sich längliche, dunkelbraun-glänzende Achänenfrüchte. Ursprünglich ist die Pflanze im Mittelmeerraum, in Vorder- und Kleinasien, im Kaukasus, in Nordafrika sowie auf den Kanarischen Inseln heimisch; inzwischen ist sie nahezu weltweit verbreitet und gedeiht bevorzugt an trockenen, steinigen und sonnigen Standorten wie Wegrändern und Schuttplätzen. Als charakteristischer Pflanzenteil gelten die reifen, vom Pappus (Haarkranz) befreiten Früchte (Silybi mariani fructus), die den namensgebenden Inhaltsstoffkomplex enthalten.

Vorkommen in Lebensmitteln

Der charakteristische Inhaltsstoffkomplex der Mariendistel, das Silymarin, kommt nahezu ausschließlich in den reifen Früchten (Samen) der Pflanze vor; in den Fruchtschalen liegt der Silymarin-Gehalt naturgemäß bei etwa 1,5 bis 3 Prozent. Das Europäische Arzneibuch definiert für die getrocknete Droge einen Mindestgehalt von 1,5 Prozent Silymarin. In der gewöhnlichen Ernährung spielt die Mariendistel keine nennenswerte Rolle als Lebensmittel; historisch wurden einzelne Pflanzenteile wie junge Blätter, Stängel oder Blütenböden im Mittelmeerraum vereinzelt küchentechnisch verwendet, vergleichbar mit anderen Distel- und Artischockengewächsen. In Nahrungsergänzungsmitteln wird üblicherweise ein standardisierter Trockenextrakt aus den Früchten eingesetzt, bei dem der Silymarin-Anteil gegenüber der natürlichen Frucht durch das Extraktionsverfahren konzentriert vorliegt (häufig auf einen definierten Silymarin-Gehalt eingestellt).

Formen & Bioverfügbarkeit

Der namensgebende Inhaltsstoff der Mariendistelfrüchte ist Silymarin, ein Gemisch aus Flavonolignanen. Es setzt sich im Wesentlichen aus Silibinin (Silybin A und Silybin B, zusammen rund 40 bis 65 Prozent), Isosilibinin (Isosilybin A und B, etwa 10 bis 20 Prozent) sowie Silychristin und Silydianin (zusammen etwa 20 bis 45 Prozent) zusammen; daneben enthalten die Früchte weitere Flavonoide, pentazyklische Triterpene, Eiweiß und fettes Öl. Silibinin gilt als mengenmäßig bedeutendster Einzelbestandteil und liegt selbst als Gemisch der beiden Diastereomere Silybin A und Silybin B in annähernd gleichem Verhältnis vor; chemisch ist es ein Flavonolignan, das formal aus dem Flavanon Taxifolin und Coniferylalkohol über eine Oxiran-Brücke verknüpft ist (Summenformel C25H22O10, molare Masse rund 482 g/mol). Als reine Stoffeigenschaft ist Silibinin schlecht wasserlöslich. In Präparaten kommen daher unterschiedliche galenische Formen vor, darunter standardisierte Trockenextrakte sowie Zubereitungen, in denen Silibinin beziehungsweise Silymarin an Phospholipide wie Phosphatidylcholin gebunden vorliegt; das Löslichkeitsverhalten der Substanz unterscheidet sich je nach gewählter Zubereitungsform.

Einnahme im Alltag

Mariendistel-Extrakte werden in Nahrungsergänzungsmitteln üblicherweise als Kapseln, Tabletten oder Pulver angeboten, meist standardisiert auf einen definierten Silymarin-Gehalt. Die konkrete Verzehrsmenge richtet sich nach der Angabe auf dem jeweiligen Produkt. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise; die angegebene empfohlene tägliche Verzehrsmenge sollte nicht überschritten werden.

Qualität & Prüfung

Daily Nature legt bei pflanzlichen Inhaltsstoffen wie der Mariendistel Wert auf eine klar definierte Rohstoffqualität. Eingesetzt werden standardisierte Extrakte aus den Früchten von Silybum marianum mit einem definierten Silymarin-Gehalt, dessen Konzentration analytisch bestimmt wird. Die Rohstoffe werden auf botanische Identität (Echtheitsprüfung der Stammpflanze) sowie auf Reinheit geprüft, einschließlich der Untersuchung auf mögliche Verunreinigungen wie Schwermetalle, Pestizidrückstände und mikrobiologische Belastung. Die Standardisierung des Silymarin-Anteils dient der gleichbleibenden Zusammensetzung von Charge zu Charge. Sämtliche Prüfungen erfolgen nach festgelegten Spezifikationen und werden dokumentiert.

Auch in diesen Ritualen

Mariendistel ist Teil dieser kuratierten Rituale: abgestimmte Kombinationen mit weiteren Essentials.

Quellen

  1. Mariendistel – Silybum marianum (L.) Gaertn. (Syn. Carduus marianus L.), Arzneipflanzen-Lexikon (2024) · Quelle
  2. Silymarin, Wikipedia (deutschsprachig) (2026) · Quelle
  3. Silibinin, DocCheck Flexikon (2024) · Quelle
  4. Health Claims – FAQ zur Gemeinschaftsliste und On-Hold-Status botanischer Stoffe, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) (2024) · Quelle
Zuletzt aktualisiert: 04.06.2026Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.