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Pflanzenstoff

Artischocke

Cynara cardunculus L. (Syn. Cynara scolymus L.)

Die Artischocke (Cynara cardunculus, Syn. Cynara scolymus) ist eine distelartige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Als Inhaltsstoff werden vor allem ihre Blätter (Cynarae folium) verwendet, die Caffeoylchinasäuren, Flavonoide und Sesquiterpen-Bitterstoffe enthalten.

Auch bekannt als: Cynara scolymus, Gemüseartischocke, Speiseartischocke, Cynarae folium (Artischockenblätter)

Was ist Artischocke?

Die Artischocke ist eine mehrjährige, distelartige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und botanisch als Cynara cardunculus L. (Synonym: Cynara scolymus L.) klassifiziert. Der lateinische Artname cardunculus bedeutet "kleine Distel" und verweist auf den charakteristischen Habitus. Die Pflanze bildet zunächst eine grundständige Blattrosette aus großen, ein- bis zweifach gefiederten Blättern, deren Oberseite blassgrün und deren Unterseite weichfilzig behaart ist. Aus der Rosette wächst ein beblätterter Stängel, der bis zu etwa 1,5 bis 2 Meter Höhe erreichen kann und ein bis mehrere große Blütenköpfe von rund 8 bis 15 Zentimetern Durchmesser trägt. Der fleischige Blütenboden ist mit zahlreichen violetten Röhrenblüten besetzt, die von dachziegelartig angeordneten Hüllblättern umgeben sind. Ursprünglich stammt die Artischocke aus dem Mittelmeerraum; ihr Name leitet sich vermutlich vom arabischen "ardi-schauki" (Erddistel) ab. Heute wird sie im gesamten Mittelmeergebiet sowie in weiteren Regionen kultiviert. Als pflanzlicher Inhaltsstoff bezeichnet man mit "Artischocke" je nach Verwendung das Blatt (Cynarae folium) oder Zubereitungen daraus.

Vorkommen in Lebensmitteln

Die Artischocke ist primär als Gemüse bekannt: Der essbare Teil der Speiseartischocke ist die noch geschlossene Blütenknospe mit ihren dachziegelartig übereinanderliegenden, fleischigen Hüllblättern und dem fleischigen Blütenboden ("Artischockenherz"). Geerntet werden die Köpfe im geschlossenen Zustand, in der Freilandsaison überwiegend zwischen Juni und Oktober. Den größten Anbau innerhalb Europas betreibt Italien, weitere Anbau- und Herkunftsländer sind unter anderem Frankreich (insbesondere die Bretagne), Spanien sowie Länder rund um das Mittelmeer. Kulinarisch wird die Artischocke traditionell im Ganzen in Salzwasser mit Zitronensaft gegart und serviert, wobei die Hüllblätter einzeln abgezupft werden; der zarte Blütenboden gilt als Delikatesse. Während für das Gemüse die Blütenknospe genutzt wird, dienen als pflanzlicher Inhaltsstoff vor allem die Blätter (Cynarae folium) der Pflanze.

Formen & Bioverfügbarkeit

Als Inhaltsstoff wird überwiegend das Artischockenblatt (Cynarae folium) verwendet. Charakteristisch ist sein Gehalt an Caffeoylchinasäuren, insbesondere Chlorogensäure und Cynarin (1,3-O-Dicaffeoylchinasäure), an Flavonoiden vom Luteolin- und Apigenin-Typ sowie an Sesquiterpen-Bitterstoffen, zu denen vor allem Cynaropikrin zählt. Arzneibuch-Qualität von Cynarae folium ist über einen Mindestgehalt an Chlorogensäure (mindestens 0,8 Prozent) definiert. Cynarin gehört zu den Dicaffeoylchinasäuren und ist namensgebend für die Gattung Cynara. Die Inhaltsstoffe sind teils empfindlich gegenüber Verarbeitung: Bereits schonende Lufttrocknung kann zu Verlusten an Sesquiterpenlactonen und Caffeesäurederivaten führen, weshalb für Extrakte die Wahl von Ausgangsmaterial und Extraktionsbedingungen (etwa Heißwasserextraktion) relevant ist. Üblich sind Trockenextrakte aus dem Blatt mit definierten Droge-Extrakt-Verhältnissen. Die Blütenknospe selbst enthält daneben Inulin, einen löslichen Ballaststoff, sowie weitere Caffeoylchinasäuren und Flavonoide.

Einnahme im Alltag

Artischocke wird als pflanzlicher Inhaltsstoff üblicherweise in Form von Trockenextrakten aus dem Blatt (Cynarae folium) eingesetzt. Die konkrete Menge ergibt sich aus der jeweiligen Produktrezeptur; die Verzehrempfehlung des jeweiligen Produkts ist maßgeblich. Es handelt sich um ein Lebensmittel und keinen Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.

Qualität & Prüfung

Daily Nature legt Wert auf eine definierte botanische und stoffliche Qualität des eingesetzten Pflanzenmaterials. Bei Artischocke wird auf eine eindeutige botanische Zuordnung (Cynara cardunculus, Syn. Cynara scolymus) und auf standardisierte Blattzubereitungen geachtet, deren Gehalt an charakteristischen Inhaltsstoffen wie Caffeoylchinasäuren (u. a. Chlorogensäure) analytisch bestimmt wird. Rohstoffe werden auf Identität sowie auf Reinheitsparameter wie Schwermetalle, Pestizidrückstände und mikrobiologische Belastung geprüft. Die Qualitätssicherung orientiert sich an den anerkannten Anforderungen für pflanzliche Drogen, wie sie etwa im Europäischen Arzneibuch für Cynarae folium beschrieben sind. So lässt sich eine gleichbleibende Zusammensetzung und Reinheit des verwendeten Artischocken-Materials nachvollziehbar dokumentieren.

Auch in diesen Ritualen

Artischocke ist Teil dieser kuratierten Rituale: abgestimmte Kombinationen mit weiteren Essentials.

Quellen

  1. Cynarae folium - herbal medicinal product (HMPC-Monographie und Bewertungsbericht) — European Medicines Agency, European Medicines Agency (EMA), Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC) (2019) · Quelle
  2. Artischocke - Cynara cardunculus L. [Syn. C. cardunculus var. scolymus (L.) Benth.] — Arzneipflanzenlexikon.info, Arzneipflanzen-Lexikon (2024) · Quelle
  3. Artischocke: Saison, Einkauf, Lagerung und Zubereitung — Bundeszentrum für Ernährung, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) (2023) · Quelle
  4. Artischocke: Herkunft, Inhaltsstoffe, Zubereitung — hkk, hkk Krankenkasse, Ernährungsmagazin (2023) · Quelle
Zuletzt aktualisiert: 04.06.2026Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.